Seminar Information

Visionssuche

Visionssuche für Einzelpersonen ab 18 Jahren (Männer, Frauen, Jugendliche)

Beginn: Fr 05.08.2024 – 15:00 Uhr
Ende: So 15.08.2024 – 14:00 Uhr

Seminarleitung: Daniel Hronek

Seminarort: Hintere Alm – bei Thomatal│Salzburger Land / Österreich

Übernachtet wird im eigenen Zelt

Kosten  – Seminargebühr                                                                                                  –  580,00€ – 880,00€ (je nach Finanzkraft)

               – zuzgl. Vollpensionskosten, Transport vor Ort und Nutzungspauschale  –  380,00€ – 430,00€ (je nach Finanzkraft)

Organisatorisches

Die TeilnehmerInnenzahl ist auf 6 Personen (Frauen/Männer/Div. beschränkt. Voraussetzungen für die Teilnahme sind:

  • die schriftliche Darlegung der Motivation zur Teilnahme, zusammen mit der schriftlichen Anmeldung
  • die Teilnahme an einem  Online Vorbereitungswochenende (25.-26.Mai 2024). Hier stehen die körperlichen, psychischen und spirituellen Vorbereitungen für die Quest im Mittelpunkt. Außerdem werden Fragestellungen angeboten, um die Klarheit der persönlichen Ausrichtung weiter zu präzisieren.

Das Handbuch zur Visionssuche wird nach der verbindlichen Anmeldung versendet.

Anmeldeschluss: Anfang Mai 2024

Fragen zur Vision Quest bitte direkt an Daniel Hronek, bzw. per E-Mail: info@koerper-und-coaching.de

Seminarort und Verpflegung

Lungau – Thomatal

Österreich

Google-Anfahrtskizze (Bitte klicken)

Verpflegung geschieht vor Ort, die Leitung und die Teilnehmer kochen und essen gemeinsam.

Fragen oder Anmeldung zur Vision Quest

Die Tradition

Das Wort Visionssuche, im Englischen ‘Vision Quest’, kommt vom lateinischen ‘videre’ = ‘sehen, schauen, erkennen’, von dem Wort visio = das Gesicht und von quaerere = suchen, erkennen.

‘Quest’ war im europäischen Mittelalter der Name für eine suchende Wanderschaft oder Wallfahrt ins Unbekannte, eine ‘heilige Suche’ der Ritter nach spiritueller Einsicht.

Die moderne Form der Visionssuche / Vision Quest geht allerdings zurück auf die entsprechenden Traditionen der nordamerikanischen Prärieindianer, insbesondere der Lakota-Sioux. Sie haben – ähnlich wie die australischen Aborigenees – diese uralte Tradition der Selbstsuche in der Natur bis in die heutige Zeit erhalten. Bei den Lakota heißt die Visionssuche ‘Hanblecheya’: das ‘Flehen um ein Gesicht’. Sie wird in den ‘Great Plains’ des amerikanischen Südwestens bis heute praktiziert und besteht in der Regel aus einem mehrtägigen einsamen Fasten (zum Teil auch ohne Wasser).

Die Tatsache, dass die christlichen Missionare diese kulturelle Praxis, die sie bei den indigenen Völkern Amerikas vorfanden, ‘Vision Quest’ nannten, verweist darauf, dass sie dadurch an eigene Traditionen in der europäischen Geschichte erinnert wurden. Tatsächlich machen historische Forschungen deutlich, dass es sich bei dem einsamen Fasten in der Wildnis nicht um ein ausschließlich indianisches Ritual handelt. Vielmehr wurde diese Praxis auf der ganzen Welt in Zeiten des Übergangs genutzt.

Auch im europäischen Kulturraum gibt es zahlreiche Hinweise auf entsprechende Traditionen. Das beginnt mit den Legenden um den germanischen Gott Odin, setzt sich fort in den griechischen und römischen Mythen und führt über die frühchristlichen Traditionen des einsamen Fastens der biblischen ‘Wüstenväter’ bis in die Gralssuche des Mittelalters.

Zudem verweisen die allermeisten Märchen, bei denen es sich in der Regel um uralte mündlich überlieferte Legenden aus der Frühzeit handelt, auf eine verbreitete Praxis von Übergangsritualen. Immer geht es in den Märchen darum, dass Menschen ihre gewohnte Welt verlassen, allein in den dunklen Wald gehen, sich dort unbekannten Gefahren, inneren Dämonen oder (über)natürlichen Herausforderungen stellen, diese mit reinem Herzen bewältigen und gewandelt und in neuer sozialer Rolle in ihre Gemeinschaften zurückkehren.

In diesem Kontext wird deutlich: bei der Visionssuche handelt es sich um die moderne Anknüpfung an einen alten Heilungs- und Übergangsprozess unserer Vorfahren.

Wer geht auf eine Vision Quest

Die Themen, mit denen Menschen zur Visionssuche aufbrechen, sind so vielfältig wie die individuellen Lebensgeschichten. Die Teilnehmenden sind zwischen 18 und 80 Jahren, Frauen und Männer aller Berufe und sozialen Schichten, Ritualerfahrene ebenso wie rituelle Neulinge – die Visionssuche wirkt dort, wo der Mensch gerade steht:

Übergang in einen neuen Lebensabschnitt, Klärung von Beziehungen, Abschied, Trauer, berufliche Neuorientierung, die Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens. Da kann sich ein Jugendlicher für eine Visionssuche entscheiden, um den Abschied von Kindheit und Elternhaus zu vollziehen; ein Mann mag sich dafür entscheiden, um bewusst seine Junggesellenzeit zu beenden und die Rolle eines Ehemanns und Familienvaters anzunehmen; eine Frau will vielleicht ihren Entschluss prüfen, Kinder zu bekommen und Mutter zu werden. Eine andere will sich nach übergriffig empfundenen Erlebnissen davon befreien, sich als das ewige Opfer einer feindlichen Welt zu fühlen. Andere mögen hinaus gehen, um ihre Partnerschaft fürs Leben zu bestätigen oder sich in gegenseitigem Respekt zu trennen und erneut für das Leben zu öffnen. Auch der Abschied von Partnern, Freunden oder Eltern, die gestorben sind, kann ein Grund sein.

Der Ablauf

Vorbereitung

3 Tage (Trennung/Ablösung)

  • Klärung der persönlichen Absicht
  • vorbereitende Übungen in der Natur
  • Gestaltung eigener Rituale
  • Einweisung ins Fasten
  • Besprechung der Ängste, Gefahren und Sicherheitshinweise
  • Finden des persönlichen Kraftplatzes
  • zeremonieller Abschied zum einsamen Fasten

Visionssuche

3 Tage (Schwellenzeit)

Drei Tage und Nächte alleine fastend in der Wildnis. Die Leiter/innen der Visionssuche sind im nahegelegenen Basislager. Sie sorgen für die Sicherheit der Gruppe und unterstützen die Teilnehmenden, wo sie es brauchen.


Nachbereitung

3 Tage (Wiedereingliederung)

  • Rückkehr ins Basislager
  • Fastenende u. zeremonielle Reinigung
  • Erzählen der Erlebnisse und Erfahrungen
  • Spiegeln der Geschichte
  • Vorbereitung der Rückkehr in den Alltag
  • Abschied